Nationales Innovationsprogramm

DWV fordert Fortsetzung des NIP 2.0

Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) fordert in einem Grundsatzpapier an die Bundesregierung dringend die Fortsetzung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff und Brennstoffzelle (NIP) nach 2016, um die Marktaktivierung einer nachhaltigen, sicheren und wirtschaftlichen Wasserstoffmobilität in Deutschland zu sicherzustellen.
„Die Bundesregierung sollte mit einem klaren Bekenntnis zur Fortsetzung des Programms (NIP 2.0) die Vorbereitung und Aktivierung des Wasserstoffmarktes zu einem ihrer Schwerpunkte der Energiewende machen“, fordert Werner Diwald, Vorsitzender des DWV. „Die dabei erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in der Entwicklung und Fertigung können branchenübergreifend genutzt werden und dazu beitragen, in Deutschland einen weltweiten Leitmarkt für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien zu etablieren“, so Diwald weiter.
Der direkte und indirekte Einsatz von Wasserstoff im Mobilitäts- und Transportbereich schreitet weltweit voran. Es ist deshalb von großer Bedeutung, im internationalen Kontext Präsenz zu zeigen, bestehende Allianzen zu vertiefen und Anreize auf dem deutschen Markt zu schaffen. Das NIP hat die Entwicklung und Demonstrationen in diesem Gebiet unterstützt.
Damit die Umsetzung der Energiewende gelingt und die Klimaziele in Deutschland erreicht werden können, ist die Einbeziehung des Straßenverkehrs und Transportwesens unbedingt notwendig. Wasserstoff als Energieträger in Raffinerien oder bei der direkten Nutzung in Brennstoffzellenfahrzeugen (FCEV) bietet dabei eine Option, die wirtschaftlich tragbar ist. FCEVs stellen – neben batterieelektrischen-Fahrzeugen – die einzige Antriebsart dar, die es erlaubt, von der Quelle bis zum Rad emissionsfrei zu fahren. Deutsche Firmen, die in Konsortien wie der Clean Energy Partnership (CEP), H2Mobility (H2M) oder der Initiative Brennstoffzelle (IBZ) vorwettbewerblich zusammenarbeiten, haben bereits ihre Zusage für gemeinsame Investitionen gegeben. 300 Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie, der Energieversorger, der Spezialchemie sowie der Maschinen- und Gerätehersteller stellen in den kommenden zehn Jahren Investitionen in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro in Aussicht, um den Markthochlauf der Elektrolyse- und Brennstoffzelltechnologie zu gewährleisten.
Die EU-Gesetzgebung schreibt allen europäischen Automobilherstellern vor, dass ihre angebotene Fahrzeugflotte ab 2021 im Mittel maximal 95 g/km CO2-Emissionen aufweist. Gegenwärtig ist von Seiten der EU-Kommission eine Verschärfung auf 65 g/km CO2-Emissionen bis 2030 in der Diskussion. Deutsche Automobilhersteller sehen keine wirtschaftlich tragfähige Möglichkeit, dies im angebotenen Fahrzeugmix nur mit effizienteren konventionellen Fahrzeugen oder mit Batterie- und Plug-In-Hybridfahrzeugen zu bewerkstelligen und arbeiten daher verstärkt an Brennstoffzellenfahrzeugen.
Die für die Erzeugung von Wasserstoff (z.B. Elektrolyse), seine Handhabung (z.B. Speicher, Transportsysteme) und Endanwendungen (z.B. als strombasierter Kraftstoff in Raffinerien oder in Brennstoffzellen) erforderlichen Technologien schaffen Möglichkeiten für zusätzliche und nachhaltige Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland. Mit dem Einsatz von Wasserstoff und Brennstoff­zellen werden außerdem die Energiesicherheit und die Exportchancen der deutschen Automobil-, Energie-, Chemie- und Maschinenbauindustrie erhalten bzw. gestärkt. Mit seinen Systemintegrationskompetenzen kann Deutschland in diesem Segment einen Leitmarkt aufbauen und seiner Rolle als Hochtechnologieland und Exportnation gerecht werden.
Lesen Sie hier die gesamte Pressemitteilung des DWV.
Über den DWV
Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) ist seit 1996 als Interessenverband auf die Förderung einer zügigen Markteinführung des Energieträgers Wasserstoff und der Brennstoffzellentechnologie ausgerichtet. Ziel ist es, alle Aspekte einer künftigen Versorgungsinfrastruktur mit Wasserstoff, dessen Herstellung und energetische Nutzung — insbesondere die Energieumwandlung mittels Brennstoffzellen — in eine Sach- und Perspektivdiskussion einzubringen sowie die Marktentwicklung aktiv mitzugestalten. Unsere 221 persönliche Mitglieder und 83 Mitgliedsinstitutionen und Unternehmen stehen für bundesweit mehr als 1,5 Millionen Arbeitsplätze; der Verband repräsentiert somit einen bedeutenden Teil der deutschen Wirtschaft (www.dwv-info.de).
Weitere Hintergrundinformationen zur Bedeutung von Wasserstoff und Brennstoffzellen in der Energie- und Mobilitätswende erhalten Sie hier.